Al-Rassan.com

© Susanne Lang

 

Willkommen auf Al-Rassan.com!

Anstatt der obligatorischen Kurzvorstellung zunächst mal eine kurze Erklärung zum leicht arabisch klingenden Namen dieser Website: Ich habe zwar einige Zeit lang Arabisch gelernt (und nach vier Semestern frustriert aufgegeben, aber das ist eine andere Geschichte), Al-Rassan ist aber meines Wissens nach kein existierender arabischer Begriff (sieht man mal vom Artikel al ab). Der Name dieser Site leitet sich vielmehr von Guy Gavriel Kays The Lions of Al-Rassan ab. Wer diesen Roman nicht kennt (und der gute Kay ist hierzulande leider noch immer relativ unbekannt), dem sei er hiermit wärmstens ans Herz gelegt. Dürfte ich auf eine einsame Insel nur ein einziges Buch mitnehmen, die Chancen stünden gut, dass es die Lions werden würden. Gleichzeitig sei eindringlich vor dem lästigen und unpassenden Label "Fantasy" gewarnt, das Kay seit der Veröffentlichung seiner sehr stark von J. R. R. Tolkien beeinflussten Fionavar Tapestry permanent und gnadenlos umgehängt wird, egal, welchen Inhalts seine Werke sein mögen. Guy Kay hat sich im Laufe der Jahre von der reinen Fantasy denkbar weit weg entwickelt und bereits mit Tigana begonnen, verfremdete historische Landschaften und Begebenheiten einzubauen, eine Technik, die sich mit A Song for Arbonne und eben den Lions noch weiter verstärkt hat. Zwar sind alle seine Werke reine Fiktion, greifen aber sehr stark auf historische Ereignisse zurück. So ist The Lions of Al-Rassan eine verfremdete, aber doch noch erkennbare Aufarbeitung der spanischen Reconquista mit Elementen aus dem spanischen Nationalepos El Cid. Übrigens ist auch eine Verfilmung des Romans geplant, Regie soll Edward Zwick führen. Bleibt zu hoffen, dass Hollywood diesem Buch zumindest einigermaßen gerecht wird...

News

10. 1. 2010 Zeit für ein lange überfälliges Update. Es hat sich viel getan seit dem letzten Eintrag. Den Job beim D+R Verlag habe ich leider verloren, aber es hat nicht allzu lange gedauert, bis ich eine neue journalistische Heimat gefunden habe - seit August 2009 bin ich bei der Austria Online Agentur tätig, und zwar als Redakteurin bei einem brandneuen Reisemagazin. Nein, ich mache jetzt keine Schleichwerbung, obwohl wir etwas mehr Publicity durchaus gebrauchen könnten :) Der Job macht eine Menge Spaß, ich kann durch die Lande reisen, in ultracoolen Hotels wohnen und mich kreativ austoben - sprich, ich kann spannende Themen bearbeiten, die ich mir selbst aussuche und die von der Chefredaktion in der Regel mit Wohlwollen aufgenommen werden. Jetzt muss sich das Magazin nur noch am Markt etablieren, dann ist meine berufliche Zukunft gesichert :)
Was hat sich sonst so getan? Eine ganze Menge! Unter anderem leite ich seit einiger Zeit eine Rollenspielrunde, was mir anfangs etwas Bauchweh bereitet hat - so lange spiele ich nun auch wieder nicht, und Spielleiterin zu sein, bedeutet schon auch eine gewisse Verantwortung. Die besteht darin, dass ich versuche, die Charaktere meiner Spieler möglichst unbeschadet durch das Szenario zu schleusen; da wir aber noch nicht sonderlich weit gekommen sind, halten sich die Kollateralschäden derweil noch in Grenzen. Daneben habe ich zum Glück noch immer Zeit für meine geliebten Adventure-Spiele; das für mich beste Spiel des vergangenen Jahres war sicherlich The Lost Crown, ein Gruseladventure aus der Feder des genialen Jonathan Boakes, der das Spiel mehr oder weniger im Alleingang auf die Beine gestellt hat. Selten hatte ich mit einem Spiel derart viel Spaß und stundenlange Unterhaltung wie mit diesem - die wohldosiert eingestreuten Schreckszenen lassen wir mal unter den Tisch fallen... :)
Die Bandbreite der Adventurespiele hat sich im vergangenen Jahr um Spiele für die Wii-Konsole erweitert - ich war verwegen genug, mich beim Adventure-Archiv freiwillig für Wii-Rezensionen zu melden. Schuld war Baphomets Fluch; das Spiel wurde voriges Jahr für die Wii im Director's Cut veröffentlicht, und das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Von allen Wii-Adventures, die ich bis dato gespielt habe, war Baphomets Fluch das beste - Kunststück, bei der Vorlage!
Natürlich war ich auch in Sachen Review wieder äußerst fleißig; ich habe mir unter anderem Another Code: R, den Director's Cut von Baphomets Fluch, das noch grauenhaftere Detective Conan: Die Mirapolis Ermittlung (ein absoluter Tiefpunkt), das Fanprojekt Baphomets Fluch 2.5, das langweilige Mata Hari und Shivers zu Gemüte geführt. Gerade für das Review des Letzteren musste ich einiges an Kritik einstecken - es gab Stimmen, die meine Wertung von 92% für zu hoch befanden, und ehrlich gesagt: Im Nachhinein würde ich dem Spiel vielleicht auch "nur" mehr 89 oder 90% geben. Nur: Als ich das Review geschrieben habe, war ich dermaßen hingerissen und begeistert von dem Spiel, das ich diese hohe Wertung für mehr als angebracht gehalten habe. Und ich glaube, ich habe auch gut begründet, warum ich eine solche Top-Note vergeben habe :)
Und sonst? Wir haben seit Mai 2009 zwei neue Mitbewohner - zwei knuddelige, sehr verschmuste Kätzchen, die auf die klingenden Namen Doro und Umbo hören. Doro, weil wir beide Doro Pesch genial finden. Der Name Umbu stammt von einem Multivitamin-Tetrapack - es handelt sich dabei um eine süß-saure Frucht aus Brasilien. Wir fanden, das wäre ein guter Name für eine Katze :)

Über mich

Jetzt sollte ich vielleicht noch einige Worte über mich selbst verlieren - für den Fall, dass das tatsächlich jemanden interessiert ;) Nachdem ich es aber für wenig sinnvoll halte, hier meine gesamte Lebensgeschichte auszubreiten (die wirklich nicht so spannend ist, als dass das in irgendeiner Weise gerechtfertigt wäre), mögen einige Eckdaten zu meiner Ausbildung und meinem Berufsleben genügen. Bis Ende 2007 war ich als Redakteursaspirantin in der Lokalredaktion der Salzburger Volkszeitung beschäftigt; die wirtschaftliche Misere, mit der die Zeitung seit geraumer Zeit zu kämpfen hat, forderte aber ihre Opfer, sprich: Ich wurde aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt. Ein Beinbruch oder gar der Weltuntergang war das aber nicht, da ich ohnehin schon seit längerer Zeit auf der Gralssuche nach einer neuen Herausforderung war, um mich beruflich weiter zu entwickeln. Die Suche ist noch in vollem Gange, aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich was Neues findet. Am liebsten wäre mir ja ein Job, in dem sich meine Begeisterung für Bücher, Film, Kultur und dergleichen unterbringen lässt (jaja, ich weiß - sehr idealistisch). Und ich will weiter schreiben können und dürfen.

Universitäre Laufbahn

Meinen ersten Universitätsabschluss (ja, ich gehöre zu den Wahnsinnigen, die mehr als einen Uni-Abschluss haben, aber ich wehre mich entschieden gegen den Vorwurf, Titel zu horten) habe ich 1998 in den Fächern Germanistik/Geschichte (Diplom) an der Universität Salzburg erlangt. Thema meiner Diplomarbeit war damals der Parzival des Wolfram von Eschenbach. Die Faszination für das Mittelalter als solches ist zwischenzeitlich etwas verflogen, die Begeisterung für dieses spezielle Werk ist aber nach wie vor ungebrochen, und höchstes aller meiner Ziele ist es, irgendwann einmal zu beweisen, dass es ein paar veritable Deppen in der deutschen Literatur gibt (weil Parzival ja gerne als Tor hingestellt wird, der von einem Fettnäpfchen ins andere tritt). Als da an vordester Front wären: Siegfried und Tristan. Nun ja. Dafür wird man an so ziemlich jedem germanistischen Institut gesteinigt oder zumindest mit fachlicher Verachtung gestraft.

Nichtsdestotrotz ließ ich mich nicht davon abhalten, mich nach Abschluss meines Studiums noch einmal mit dem Nibelungenlied zu befassen, und zwar im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes an der Bowling Green State University im schönen Ohio, USA. Nachdem es dort kaum Ablenkung gab, konnte ich mich mit voller Energie auf meine Studien konzentrieren, was zwar auf die Dauer etwas öd war, aber die Alternativen waren nicht gerade im Übermaß vorhanden, Stichwort amerikanische Kleinstadt. Geld zum Herumreisen hatte ich auch nicht. So konnte ich meine gebündelte Aufmerksamkeit sowohl der Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank als auch den beiden hehren Gestalten Dietrich von Bern und Etzel widmen (wen interessiert schon Siegfried), die mir letzten Endes im Mai 1999 auch meinen Master of Arts eingetragen haben.

Zurück in der Mozartkugelstadt Salzburg, nahm ich 1999 am Institut für Germanistik meine Dissertation in Angriff, die sich aus einem Forschungsprojekt an besagtem Institut entwickelt hat. Oder vielleicht sollte ich sagen: Es erschien mir damals opportun, die Arbeit am Forschungsprojekt für meine glänzende wissenschaftliche Karriere zu nützen und mich mit einem Thema zu beschäftigen, das mir, wie ich leider feststellen musste, überhaupt nicht liegt und das in meinem Freundeskreis mit einer kuriosen Mischung aus Unverständnis und hemmungslosem Gähnen quittiert wurde. Gegenstand von Projekt und Dissertation war die mittelalterliche deutschsprachige Bibliothek des Benediktinerinnenstifts Nonnberg in Salzburg. Die Dissertation habe ich nach vielen Mühen und Qualen neben einem Full-Time-Job im Frühjahr 2004 abgeschlossen, wenige Wochen später das höchst vergnügliche Rigorosum hinter mich gebracht - und jetzt darf ich mich Frau Doktor nennen, was im titelgeilen Österreich hin und wieder durchaus von Vorteil sein kann.

Journalismus

Sprache war schon immer etwas Faszinierendes für mich, schon seit der Volksschule. Der Umgang mit Sprache kann ein ungeheuer kreativer Prozess sein, wenn man die Mittel der Sprache entsprechend einzusetzen weiß und ein Gefühl dafür entwickelt. Dann lässt sich Sprache auch für die unterschiedlichsten Zwecke und Textsorten einsetzen. Vor allem aber ist ein spritzig-kreativ geschriebener Text natürlich um Welten unterhaltsamer zu lesen als sein ödes angestaubt-trockenes Äquivalent. Die informative Komponente sollte dabei selbstredend im Auge behalten werden, sofern der Text Wissenswertes vermittelt.

Ursprünglich habe ich mit dem Studium der Germanistik (oder, wie es korrekt lauten müsste, der Deutschen Philologie - für die I-Tüpfelchen-Jockeys) nichts Anderes angestrebt als eine journalistische Karriere, bin aber kurzzeitig von diesem Weg abgewichen und habe die Faszination Wissenschaft für mich entdeckt. Um mir ein zweites potenzielles Standbein zu schaffen, war ich seit Februar 2003 nach dem Ende meines Forschungsprojekt bei der Salzburger Volkszeitung tätig. Frei nach dem Motto "Jeder fängt mal klein an", habe ich zunächst als freie Mitarbeiterin, dann, ab Oktober 2003 als Pauschalistin gearbeitet. Durch Umstrukturierungen mit Ende 2004 und einen damit verbundenen Besitzerwechsel hat sich Anfang 2005 eine Gelegenheit ergeben, von der wohl so mancher Jungjournalist träumt und auf die viele Kolleginnen und Kollegen oft jahrelang warten müssen: eine fixe Anstellung als Redakteursaspirantin nach Kollektivvertrag mit allen Schikanen. Damit war allerdings mit Jahresende 2007 Schluss - wie ich schon oben in den News erwähnt habe, wurde ich mit Ende September gekündigt, und zwar aus wirtschaftlichen Gründen; der Zeitung geht es offenbar so schlecht, dass weiter Mitarbeiter abgebaut werden müssen. Mehr will ich dazu gar nicht sagen, außer, dass es mir gar nicht so ungelegen kommt, nachdem ich mich ohnehin schon längst anderweitig umgesehen habe. Jetzt muss sich nur noch ein neuer spannender Job finden :)