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© Susanne Lang

 

Geschichte

Die Studienkombination Germanistik/Geschichte mag zwar stereotyp sein (und ist so nebenbei mitverantwortlich für noch mehr arbeitslose Geisteswissenschaftler), ist aber, wenn man beide Disziplinen miteinander verbindet, sehr fruchtbar. Die Literatur verarbeitet historische Ereignisse, und wenn diese verfremdet werden, lohnt sich ein Blick auf die tatsächlichen geschichtlichen Fakten, um "die Wahrheit" herausfiltern zu können oder zumindest zu einer etwas objektiveren Perspektive zu gelangen. Gleichzeitig beeinflusse historische Gegebenheiten Autoren, Dichter und deren Werke, sodass Literatur selbst zum geschichtlichen Dokument werden kann. Hätte beispielsweise Heinrich Schliemann nicht darauf beharrt, dass Homers Ilias tatsächliche historische Gegebenheiten widerspiegelt - Troja wäre nie entdeckt worden.

Im Zuge meines Geschichtestudiums habe ich mit einigen hochspannenden Themen befasst, wobei, ähnlich wie in der Germanistik, das Mittelalter für mich von besonderem Interesse war. Zeitgeschichte hingegen war etwas, das zwar im Studienplan vorgesehen war, mich aber nie derart zu faszinieren vermochte wie längst vergangene Epochen - mit wenigen Ausnahmen wie etwa die afro-amerikanische Geschichte. Auf eine seltsame Art war auch die Auseinandersetzung mit Österreichs Kriegen im 18. Jahrhundert recht spaßig, auch wenn das bedeutete, unfassbar dicke Wälzer durchzuackern, in denen jedes Manöver bis ins kleinste Detail beschrieben wurde.

Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, an dieser Stelle mehrere Arbeiten zu unterschiedlichen historischen Themenkomplexen zur Verfügung zu stellen, bislang beschränkt sich das Angebot aber auf eine Abhandlung über den Chiliasmus und die Endzeiterwartung im Mittelalter - übrigens eine Arbeit, die ich nicht in Geschichte, sondern in Germanistik verfasst habe, und zwar im Rahmen eines Seminars über apokalyptische Visionen im Mittelalter. Dass daraus eine mehr historische denn literaturgeschichtliche Arbeit geworden ist, lag an der Themenstellung, die das nette Wörtchen "Geschichtstheologie" beinhaltete. Die Interdependenz von Literatur und Geschichte zeigt sich übrigens auch gut an der Entwicklung der Lyrik im 13. Jahrhundert, die stark von politischen und religiösen Strömungen bzw. Situationen abhängig war. Deshalb wird eine entsprechende Arbeit sowohl hier als auch in der Sektion Literatur inkludiert.