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Geschichte
Die Studienkombination Germanistik/Geschichte
mag zwar stereotyp sein (und ist so nebenbei mitverantwortlich für
noch mehr arbeitslose Geisteswissenschaftler), ist aber, wenn man beide
Disziplinen miteinander verbindet, sehr fruchtbar. Die Literatur verarbeitet
historische Ereignisse, und wenn diese verfremdet werden, lohnt sich
ein Blick auf die tatsächlichen geschichtlichen Fakten, um "die
Wahrheit" herausfiltern zu können oder zumindest zu einer
etwas objektiveren Perspektive zu gelangen. Gleichzeitig beeinflusse
historische Gegebenheiten Autoren, Dichter und deren Werke, sodass Literatur
selbst zum geschichtlichen Dokument werden kann. Hätte beispielsweise
Heinrich Schliemann nicht darauf beharrt, dass Homers Ilias
tatsächliche historische Gegebenheiten widerspiegelt - Troja wäre
nie entdeckt worden.
Im Zuge meines Geschichtestudiums habe ich mit
einigen hochspannenden Themen befasst, wobei, ähnlich wie in der
Germanistik, das Mittelalter für mich von besonderem Interesse
war. Zeitgeschichte hingegen war etwas, das zwar im Studienplan vorgesehen
war, mich aber nie derart zu faszinieren vermochte wie längst vergangene
Epochen - mit wenigen Ausnahmen wie etwa die afro-amerikanische Geschichte.
Auf eine seltsame Art war auch die Auseinandersetzung mit Österreichs
Kriegen im 18. Jahrhundert recht spaßig, auch wenn das bedeutete,
unfassbar dicke Wälzer durchzuackern, in denen jedes Manöver
bis ins kleinste Detail beschrieben wurde.
Eigentlich hatte ich ja vorgehabt, an dieser Stelle
mehrere Arbeiten zu unterschiedlichen historischen Themenkomplexen zur
Verfügung zu stellen, bislang beschränkt sich das Angebot
aber auf eine Abhandlung über den Chiliasmus und die Endzeiterwartung
im Mittelalter - übrigens eine Arbeit, die ich nicht in Geschichte,
sondern in Germanistik verfasst habe, und zwar im Rahmen eines Seminars
über apokalyptische Visionen im Mittelalter. Dass daraus eine mehr
historische denn literaturgeschichtliche Arbeit geworden ist, lag an
der Themenstellung, die das nette Wörtchen "Geschichtstheologie"
beinhaltete. Die Interdependenz von Literatur und Geschichte zeigt sich
übrigens auch gut an der Entwicklung der Lyrik im 13. Jahrhundert,
die stark von politischen und religiösen Strömungen bzw. Situationen
abhängig war. Deshalb wird eine entsprechende Arbeit sowohl hier
als auch in der Sektion Literatur inkludiert.
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