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© Susanne Lang

 

Film

Film, Film, Film. Gibt es etwas Schöneres, als durch auf geduldiges Zelluloid (oder auf ebenso geduldige digitale Datenträger) gebannte Geschichten für kurze Zeit in eine andere Zeit, eine andere Welt entführt zu werden? Und dabei muss man, im Unterschied zur Literatur, nicht einmal die eigene Phantasie benutzen. Ein Nachteil? Möglich. Vor allem dann, wenn es sich um die Verfilmung einer literarischen Vorlage handelt, die man lieb gewonnen hat, deren Figuren, Orte und Stimmungen man sich beim Lesen auf eine ganz bestimmte Art vorgestellt hat. Und dann sieht man die hundertste missglückte Verfilmung eines Stephen King-Romans und ist bitter enttäuscht. Oder man versteht bei aller Liebe nicht, warum Elijah Wood einen guten Frodo abgeben soll mit seinem treudoofen Hundeblick und seiner enervierenden, weinerlichen Art. Oder warum Hayden Christensen von George Lucas als Anakin Skywalker besetzt wurde (das versteht er eigenen Aussagen zufolge selber nicht), obwohl er über genau zwei mimische Ausdrucksmöglichkeiten verfügt. Das sind immerhin eineinhalb mehr, als Kaliber wie Sylvester Stallone oder Steven Seagal zu bieten haben, von dem die Fachzeitschrift Cinema vor Jahren einmal treffend feststellte, er habe die mimische Bandbreite eines Vollkornbrötchens. Übrigens sehe ich mich doch glatt gezwungen, meine Meinung bezüglich Hayden Christensen etwas zu relativieren, denn einerseits bin ich in der Videothek über den Film Das Haus am Meer (Life as a House) gestolpert, in dem er den störrischen Sohn von Kevin Kline gibt und eine sehr solide Leistung abliefert - was mich endgültig in der Meinung bestärkt, dass George Lucas ein Händchen dafür hat, die Talente der ihm untergebenen Schauspieler zu verheizen. Andererseits ist am 18. Mai 2005 endlich, endlich der finale Teil der Lucas'schen Sternensaga in die Kinos gekommen. Star Wars Episode III: Die Rache der Sith war nach dem Grauen, das Lucas selbst eingefleischten Fans mit Episode I: Die dunkle Bedrohung und Episode II: Angriff der Klonkrieger beschert hat, genau so, wie ein Star Wars-Film zu sein hat. Dennoch ist auch Episode III nicht von Ungereimtheiten verschont geblieben. Ein wunderbar humorvoller Überblick über sämtliche Ungereimtheiten der drei Prequels findet sich auf www.chefelf.com - mit dem bezeichnenden Titel "78/64/91 Reasons to hate Episode I/II/III".

Vor einiger Zeit bin ich über ein wahres Juwel der Filmgeschichte gestolpert, oder vielleicht sollte ich sagen: Die DVD-Wühlkiste beim Media Markt hat mich magisch angezogen, ich musste einfach hineinlangen - und da hab ich sie entdeckt. Die DVD, die mir zu einem völlig neuen Verständnis von Trash verholfen hat. Sie glauben, Sam Raimis Tanz der Teufel, Ed Woods Filme oder Peter Jacksons Splatterfilme (nein, nicht der Herr der Ringe) verdienten das Label "Trash" zu Recht? Dann haben Sie Die Nacht der reitenden Leichen noch nicht gesehen. Was für ein Film! Ich habe mir dieses Machwerk mit meinem besten Freund zu Gemüte geführt, und wir sind aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen. Auch Teil 2 - insgesamt gibt es vier Filme rund um die reitenden Leichen - war höchst vergnüglich. Mindestens ebenso lustig ist auf dem Gebiet des Trashfilms Das Haus an der Friedhofsmauer, gleichfalls ein Schnäppchen (mehr als die zwei oder drei Euro ist das Ding auch nicht wert) und mit einem unfassbar reißerischen Cover ausgestattet, das nichts, aber auch wirklich gar nichts, mit dem Inhalt des Films zu tun hat (und erst die "Spezialeffekte": Zoom in - zoom out - zoom in. Beeindruckend minimalistisch). Da war das DVD-Cover für Dawn of the Mummy in seiner Schlichtheit sowohl passender als auch gelungener, und auch hierbei handelt es sich um ein völlig abstruses Machwerk mit einer Handlung, die einem die Haare zu Berge stehen lässt - weniger vor Grauen angesichts der angeblich unheimlichen Geschehnisse, sondern vielmehr wegen der klaffenden Logiklöcher, die den Film durchziehen wie eine Kraterlandschaft. Aber eines muss man dem Film lassen: Splatter-Fans kommen absolut auf ihre Kosten. Übrigens haben meine Arbeitskollegen, die es offensichtlich wirklich gut mit mir meinen, mir zum letzten Geburtstag unter anderem den Film Ratman geschenkt, wohl wissend, dass ich eine nicht zu leugnende Schwäche für derlei Zelluloid-Produkte habe - vielleicht, weil es einfacher ist, sich über etwas haarsträubend Schlechtes lustig zu machen und es nach allen Regeln der Kunst auseinander zu klauben als eine halbwegs seriöse Kritik über ein Meisterwerk zu schreiben.

Besonders umfangreich ist die Auswahl an schriftlichen Ergüssen meinerseits zu diversen Filmen noch nicht, aber ich beabsichtige, sie noch weiter anwachsen zu lassen. Ich brauche dazu nur mehr Zeit. Immerhin habe ich es geschafft, mir den Uralt-Schinken Dracula mit dem anbetungswürdigen Christopher Lee anzusehen, mir ein paar Notizen zu machen und dann einige Zeilen darüber zu tippen. Relativ neu ist auch die Besprechung zu Serenity, die ich immer wieder mal überarbeiten werde, wenn mir der Sinn danach steht. Und wenn ich mal sehr viel Zeit habe, gibt's eine eigene Sektion zu Firefly, Episode für Episode ;)